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Zahlreiche gesellschaftliche Verhaltensweisen der heutigen Zeit unhinterfragt praktiziert, obgleich eine Hinterfragung einzelner Positionen sehr lohnend sein dürfte, da die Grundlagen unseres heutigen Lebens besser verstanden werden kann.

Rituale und Riten


Der Baumkult


Der Baumkult (link) bestand schon in viele früheren Gesellschaften. Seitens dem christlichen Karl dem Großen wurde versucht, den Baumkult zu zerstören und stelle die Anbetung von Bäumen unter Todessrafe gestellt. Dies führte dazu, dass die (Baum)Gläubigen ihre Gottheiten in verschlossene Räume brachte, um Ihre Zeremonien ungesehen und ungestraft vollziehen konnten. Ähnlichkeiten mit Brauch des Weihnachtsbaums in der heutigen Zeit sind rein zufällig.

Zitat aus "Die Mythologie von Bäumen (link) - Schicksal des Baumkultes bei der Missionierung"

Als die christlichen Missionare mit der Bekehrung der heidnischen Völker begannen, war es eine ihrer ersten Aufgaben, den Baumkult abzuschaffen und die heiligen Wälder zu zerstören. Das Konzil von Arles erließ im Jahr 452 Gesetze gegen die Anbetung von Bäumen, die Konzilien von Tour (567) und Nantes (568) wetterten gegen die Menschen, die an wilden Orten, tief im Wald verborgen, einen gotteslästerlichen Kult betrieben, und gegen die den Dämonen geweihten Bäume. Häufig tadelten die Geistlichen in ihren Predigten noch im Mittelalter manche ihrer Pfarrkinder öffentlich deswegen. Auch bei den Völkern im Norden hatten die Missionare große Mühe, den Baumkult auszurotten. St. Bonifazius ließ die dem Gott Thor geweihte Eiche von Geismar fällen, und 50 Jahre später zerstörte Karl der Große die Irminsul, einen gewaltigen Baumstamm, der das Himmelsgewölbe stützte. Der Kampf ging lange weiter. Noch im Jahr 1258 gab Bischof Anselm den Befehl, eine heilige Eiche zu fällen, und 1355 ließ Johannes I., Hochmeister des Deutschen Ritterordens in Preußen, eine Eiche zersägen, unter der sich das Volk zum Beten versammelte.

Auch die Gründung von Klöstern im tiefen Wald und die Lichtung und Rodung und Pflege des Waldes dienten dazu, die teuflischen Kräfte zu bannen und die Atmosphäre zu reinigen. Nach einer Notice archéologique von 1854 gab es im Département l´Oise noch 253 Bäume, die verehrt wurden: 74 Ulmen, 27 Eichen, 24 Weißdornsträucher, 15 Nussbäume, 14 Buchen, 14 Linden. Heilige Wälder waren in Gallien zahlreich und ausgedehnt. Jahrhunderte lang waren in ihrem Inneren die Heiligtümer und die heiligen Versammlungsstätten der Kelten geborgen. Manche Wälder waren personifiziert und vergöttlicht, so z.B. die Vogesen, der Schwarzwald, der Ardennenwald. Reminiszenzen an die Heiligkeit dieser Wälder lebten bis ins späte Mittelalter weiter. Manchmal wurden heilige Bäume auch christianisiert und Maria oder einem Heiligen geweiht. In der Bretagne hielten sich die alten Bräuche am längsten. Die Bretagne war damals mit undurchdringlichem Eichenwald ganz bedeckt und bot Flüchtlingen vor den Angeln und Sachsen Schutz. Sie lebten darin vielfach als Einsiedler, zwar christianisiert, aber gleichzeitig Erben der Druiden und der Barden und sogar Anhänger der alten keltischen Mythologie. St. Patrick, der im 5. Jahrhundert in Irland das Evangelium verkündete, hatte mit ihnen einen Bund geschlossen und manche von ihnen sogar als Priester geweiht.

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